In einem eindrucksvollen Interview mit dem Deutschen Ärzteblatt erinnert uns der systemische Psychotherapeut Tom Levold daran, dass Diagnosen keine Identitätszuschreibungen sind – sondern Werkzeuge, die Zugänge zu Versorgung ermöglichen. Nicht „Was hast du?“, sondern „Was brauchst du?“ ist bedeutsam.
Er spricht über die Gefahr, menschliche Erfahrungen vorschnell zu pathologisieren. Wenn Menschen nach Sinn fragen, mit Brüchen ringen oder sich innerlich leer fühlen, braucht es zunächst keine psychiatrische Schublade, sondern Beziehung, Kontext und Resonanz.
Dieser Artikel ist zwar bereits aus dem Jahr 2017, aber immer noch aktuell und lesenswert: Diagnosen sind hilfreich zur thematischen Einordnung und zur Abrechnung mit der Krankenkasse. Oftmals ist die Diagnostik erleichternd für die betreffende Person, weil es nun Antworten auf die Fragen gibt und damit auch Ideen für potentielle Hilfe und erhoffte Heilung. Aber was ist, wenn Diagnosen wie selbsterklärend wirken? Wenn Sie sich als erlebte Belastung entwickeln?
Tom Levold, Systemischer Therapeut aus Köln, beschäftigt sich mit der Verantwortung des Diagnostizierens und dessen Wirkweise. Den sehr empfehlenswerten Artikel aus dem Ärzteblatt finden Sie unter



